Positioning / Positionierung

English (deutsch weiter unten):

So finally i found the time to write my next post. I’m not really sure how this post should look like. The idea behind it is to make a mixture between a recital/list and a continuous text to make the position from which i write more transparent.

I’m a white person which means that i’m not affected by racism. I’m also not impacted by anti-Semitism. I’m a Currently Abled Person*1. I have thin privilege (thin in terms of a socially accepted body size*2). Sexual privilege*3 (even though my sexuality is surely not what main parts of society*4 would consider as perfectly “normal” and “healthy”, it’s still different than for folks who identify as asexual). I have a passport of a country which is in the European Union. I come from a wealthy middle class family, which is still financially supporting me with the only constraint that i have to go to University.
Which brings me to the fact that i have access to the higher educational system and the academic complex. Being in the University in Germany as an EU Citizen means that i have a health insurance. Which is a really big privilege for itself but additionally when thinking about trans*relating topics it gives me (here in Germany) the privilege of paid hormones, paid therapists, possibility of paid voice lessons, the possibility of getting trans*related operations paid and so on. Also i speak the official language of the country i live in and i have dyadic privilege (non-intersex people are dyadically sexed).
Also a really important fact to mention is that i have the possibility to be part of a quite big queer feminist scene. This gives me benefits in a lot of different ways, for example the possibility to move in spaces where Trans*people are accepted, to find people who have shared experiences and to move around without being constantly looked at.

All of these facts shape what and how i write (also that i even have the chance and structures to write) and i benefit from all of this every day in a lot of different ways. This is surely not a complete list, just the things i was aware of right now.
Also if i m not aware of something while i write and fuck up a please call me out! As well if i have used terms which are not okay or problematic please tell me.

Besides the fact that my privileges have a great influence on this blog there are also some not so pleasant facts that have influence on the position i’m writing from and what i’m writing about (these not so pleasant facts have a lot to do with the oppressions i’m negatively affected by). This is not going to be the try to make a full list of everything that affects me just some things which are important for me to mention.

Probably the most obvious point to start with is that i m not cis gendered*5 and i have no passing privilege*6 (yet).
That’s often not too much fun (and by that i don’t mean that’s its sooo hard to be trans*, it’s the power relations in our society which make it sometimes not so much fun) but i would like to make clear that i’m mainly talking about the effects of being a not passing trans*femininity in a radical queer feminist scene. Because besides getting a lot of comfort out of my scene it’s not always like in my pipe dreams.
What has a big influence as well is my mental (not)health.
I have been dealing with depression for quite a long time. And i have social anxiety beside other anxieties. This creates a lot of insecurities and problems in daily life, sometimes i’m just happy that i came out of my bed.
What i would also like to mention is that the access to trans*relating benefits within the healthcare system goes hand in hand with pathologization and being forced to go to therapy over years (also my mental health issues have a lot to do with pathologization.)
Also i have some issues with my body (and i don’t mean that in terms of genitals, size of my breast and so on). I have had issues with my weight since i was 15, and i have been setting myself on all kind of different diets. Right now i feel like i found a way to deal with it but it’s a balancing act.

There are a lot of things i would love to go to into more detail (such as Trans* femininity or mental health and queerfeminist scene, social anxiety and Uni/daily life/scene and and and) and hopefully i’ll find the time to make these topics to their one posts soon.

Most of (if not all) these things above have a lot to do with the society i live in, namely a capitalist kyriarchal*7 one. Also these things don’t exist just for themselves, they intersect and determine each other. I mention this because i think it’s important to give the personal a political sphere. I also do not think that these things are natural and not changeable because that would negate wonderful possibilities of subversive action to change the ways we live and interact with each other on a societal level.

Deutsch:

Endlich habe ich Zeit für einen neuen Eintrag. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher wie der Aussehen soll aber die Idee dahinter ist das es eine Mischung aus Auflistung und Fließtext wird um transparent zu machen aus welcher Position heraus ich dieses Bog schreibe. Los geht’s.

Ich bin eine weiß positionierte Person, folglich bin ich nicht von Rassismus betroffen.  Nebendem bin ich auch nicht betroffen von Antisemitismus. Ich bin eine Currently Abled Person*1 (ich benutze hier mal den Englischen Ausdruck da ich die Diskussion um Begrifflichkeiten im deutschen nicht genug kenne, falls jemenschd von euch das deutsche Synonym dazu weiß schreib mit bitte).
Ich werde als dünn gelesen (wobei sich das dünn innerhalb eines von der Gesellschaft*4 akzeptiertes Maß von Körpergröße befindet*2).
Zwar wird meine Sexualität nicht als wirklich “normal” und ”gesund” gesehen aber ich habe trotzdem Privilegien gegenüber Menschen die sich als Asexuell identifizieren (im englischen „sexual privilege“*3).
Mein Pass weißt mich als EU Bürgerin aus und zudem komme ich aus einer wohlhabenden Mittelklassefamilie. Finanziell werde ich von dieser immer noch unterstützt unter der Bedingung dass ich einen Universitätsabschluss mache. Dadurch habe ich  einen relativ einfachen Zugang zum höheren Bildungssystem und dem „Akademischen Komplex“. Als EU Bürgerin auf einer deutschen Universität eingeschrieben zu sein bringt es auch mit sich das ich eine Gesundheitsversicherung habe.
Das ist schon für sich ein riesiges Privileg aber wenn es zu Trans*Thematiken kommt heißt das in Deutschland zusätzlich dass ich Zugang zu bezahlten Hormonen und bezahlter Therapie habe. Ebenfalls besteht die Möglichkeit dass z.b. Operationen oder Stimmtraining von der Versicherung übernommen werden.
Zudem spreche ich die offizielle Amtssprache des Landes in dem ich wohne.
Und ich habe „dyadic privilege“ (Menschen die nicht intergeschlechtlich sind sind dyadischgeschlechtlich).
Neben alldem habe ich zusätzlich die  Möglichkeit Teil einer größeren queer feministischen Szene zu sein. Vor allem heißt das für mich das ich mich an Orten bewegen kann in denen Trans*Menschen akzeptiert sind, es Menschen in meiner Umgebung gibt die ähnliche Erfahrungen machen/gemacht haben und ich einfach mal irgendwo sein kann ohne andauernd angestarrt zu werden.

Ich profitiere täglich, auf vielen verschieden Ebenen, von all diesen Privilegien.
All das hat Einfluss darauf was und wie ich schreibe, auch das ich überhaupt einen Blog haben kann verdanke ich meiner privilegierten Position in dieser Gesellschaft.
Das ist auch sicher keine wirklich vollständige List, es ist nur die Dinge die mir gerade bewusst waren.
Falls ich etwas Unüberlegtes, Verletzendes oder schlechthin Beschießenes schreibe macht mich bitte darauf Aufmerksam (call me out). Und wenn ich Begriffe benutzt habe die nicht ok oder problematisch sind schreibt mir bitte.

Jetzt würde ich gerne noch ein paar Dinge erwähnen die auch sehr viel Einfluss auf dieses Blog haben aber eher unter die Kategorie Unterdrückungsmechanismen, von denen ich negativ betroffen/beeinflusst bin, fallen.
Das wird jetzt auch nicht der Versuch einer vollständigen Aufzählung ich will nur erwähnen was meiner Meinung wichtig ist.

Das offensichtlichste zum Start, ich bin nicht Cis-geschlechtlich*5 und dazu habe ich auch kein Passing Privileg*6 (noch).
Das ist so oder so oft nicht gerade sehr spaßig (und das nicht weil es so hart ist Trans* zu sein, sondern „dank“ existierenden HERRschaftsverhältnissen) aber ich rede hier hauptsächlich darüber was es heißt eine nicht passende Trans*Weiblichkeit in der queer-feministischen Szene zu sein. Denn neben dem Wohlfühl Potential die sich aus dieser Szene für mich ergeben, ist nicht alles an ihr wie auf einem verzauberten Glitzer Ponyhof (die Metapher könnte natürlich auch ein grüngrauer Zombieponyhof sein für alle die Glitzer nicht so gerne wie ich haben).
Das nächste wäre dann meine psychische (nicht)Gesundheit.
Ich habe seit längerem Depressionen und eine Soziale Angststörung neben einigen anderen Ängsten. Das hat zur Folge das ich öfters das Gefühl habe das meine Unsicherheiten mehr Einfluss auf mein Leben haben als ich und es manchmal schon ein großes Ding war das ich überhaupt aufgestanden bin.
Was ich auch noch gerne erwähnen würde ist das die trans*bezogenen Vorteile im Gesundheitssystem Hand in Hand gehen mit einer Pathologisierung und Therapiezwang (genauso wie meine restliche psychische (nicht)Gesundheit phatologisiert wird)
Zuletzt würde ich auch gerne noch was zu meinem Körper sagen, denn ich fühle mich nicht immer wirklich wohl damit und damit meine ich nicht meine Genitalien oder die Größe meiner Busen. Seit ich ungefähr 15 bin habe ich Probleme mit meinem Gewicht und habe auch schon alle möglichen Verzichtstrategien durchprobiert. Gerade habe ich das Gefühl einen Umgang damit gefunden zu haben aber ich merke immer wieder das dass ein sehr wackliger Drahtseilakt ist.

Bei vielen dieser Dingen würde ich auch gerne um einiges mehr ins Detail gehen (z.b. zu Themen wie psychische Gesundheit/Trans*Weiblichkeit und queer-feministischen Szene, Angststörung und Uni/Alltag/Szene….) und deswegen hoffe ich es bald mal zu schaffen eigene Posts dazu zu schreiben.

Die meisten wenn nicht alle Dinge die ich in diesem Eintrag erwähnt habe, haben etwas mit der Gesellschaft zu tun in der wir leben, nämlich einer kapitalistischen und kyriarchalen*7. All diese Dinge bestehen nicht abgegrenzt voneinander, sie bedingen und beeinflussen sich gegenseitig. Ich finde es wichtig dies zu erwähne um die persönliche Ebene dieses Posts auch zu politisieren. Und das wir nicht vergessen das diese Dinge nicht naturgegeben und unveränderbar sind. Das würde heißen ich würde die riesige Bandbreite aller subversiven Möglichkeiten, um die Wege in denen wir uns auf einander beziehen und mit einander agieren zu verändern, verneinen.

*1
http://disabledfeminists.com/2010/02/03/guest-post-temporarily-able-bodied-useful-but-not-always-true/ (read the comments)

*2
http://aboutmaleprivilege.tumblr.com/post/34539945190/ive-heard-the-phrase-socially-acceptable-body-size

*3
http://acewatch.tumblr.com/post/5682988484/the-sexual-privilege-post

*4
When i talk about Society in this text, i always refer to the one i’m living in right now, a capitalist western European one. I think this is important to mention because not every society works like the western capitalistic.
Wenn ich von Gesellschaft rede  meine ich in diesem Text immer die in der ich gerade lebe, nämlich einer westeuropäischen kapitalistischen Gesellschaft. Ich glaube es ist wichtig dies zu erwähnen da nicht alle Gesellschaften wie die westlich kapitalistische funktioniert.

*5
You have no Idea what that means? I’ve got a hint for you.
Du weißt nicht was das heißt? Hier ein Tipp.

*6
You have no Idea what that means? I’ve got a hint for you.
Du weißt nicht was das heißt? Hier ein Tipp.

*7
http://en.wikipedia.org/wiki/Kyriarchy
http://de.wikipedia.org/wiki/Kyriarchie

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